Glasgow Coma Scale (GCS)
PrimärStandardisierte Skala zur Beurteilung von Bewusstseinsstörungen nach den Kriterien Augenöffnung (E), verbale (V) und motorische (M) Reaktion.
Klinische Arbeitsseite zur standardisierten GCS-Erhebung, Auswertung und Dokumentation mit E/V/M-Komponenten, Interpretationshilfe und eingebettetem Generator.
Die Glasgow Coma Scale (GCS) ist ein standardisiertes Instrument zur Beurteilung der Bewusstseinslage. Sie fasst drei Reaktionskomponenten zusammen: Augenöffnung (E), verbale Antwort (V) und motorische Antwort (M). Der Summenwert liegt zwischen 3 und 15 Punkten.
Die GCS unterstützt eine gemeinsame Sprache bei Erstbeurteilung und Verlauf in Notfall, Intensivstation und neurologischer Akutversorgung. Sie ersetzt weder die neurologische Gesamtuntersuchung noch Bildgebung oder zeitkritische Entscheidungen. Ein hoher Wert schliesst eine relevante intrakranielle Pathologie nicht aus.
Alles Wichtige zur Durchführung, Auswertung und klinischen Einordnung
Augenöffnung (E, 1–4): spontan, auf Aufforderung, auf Schmerzreiz oder keine Reaktion.
Verbale Antwort (V, 1–5): orientiert, desorientiert, inadäquate Wörter, unverständliche Laute oder keine Reaktion.
Motorische Antwort (M, 1–6): befolgt Aufforderungen, gezielte Schmerzabwehr, ungezielte Beugeabwehr, abnormale Beugesynergismen, Strecksynergismen oder keine Reaktion.
Klinisch ist die Komponentennotation (z. B. E4V5M6) oft aussagekräftiger als der Summenwert allein, weil dieselbe Summe unterschiedliche Muster beschreiben kann.
Die GCS wird bei Erwachsenen mit akuter Bewusstseinsstörung, Schädel-Hirn-Trauma, Intoxikation, Status epilepticus, Schlaganfall, intrakranieller Blutung, postoperativer Überwachung und auf Intensivstationen eingesetzt. Sie dient der strukturierten Erstbeurteilung, Verlaufsdokumentation und Kommunikation im Team.
Die Skala ist kein alleiniger Ausschlusstest für schwere Erkrankung. Klinische Verschlechterung, fokale Defizite oder Instabilität werden unabhängig vom Punktwert nach dem lokalen Notfall- beziehungsweise Intensivpfad beurteilt.
Die Beurteilung erfolgt immer auf der besten beobachteten Reaktion, nicht auf der schlechtesten.
Jede Komponente erhält einen Punktwert zwischen 1 und dem jeweiligen Maximum (E maximal 4, V maximal 5, M maximal 6). Der GCS-Summenwert ist die Addition von E + V + M und liegt zwischen 3 und 15.
Beispiel: E4 + V5 + M6 = GCS 15 (E4V5M6).
Nicht testbare Komponenten sollten nicht stillschweigend in einen Summenwert einfliessen. Dokumentiere den Grund und verzichte auf einen vergleichbaren Gesamtwert, bis alle Komponenten beurteilbar sind oder nach lokaler Konvention ersetzt wurden.
Der BerichteGuru-Generator gibt einen gültigen Summenwert nur aus, wenn alle drei Komponenten erfasst sind, und zeigt die E/V/M-Notation mit.
Werte strukturiert erfassen und einen kopierbaren Befundtext für die Dokumentation generieren.
Standardisierte Skala zur Beurteilung von Bewusstseinsstörungen nach den Kriterien Augenöffnung (E), verbale (V) und motorische (M) Reaktion.
Für Schädel-Hirn-Trauma werden in der Literatur häufig folgende Schweregrade verwendet (Erwachsene, akute Beurteilung):
| Summenwert | Einordnung |
|---|---|
| 13–15 | leichtes SHT |
| 9–12 | mittelschweres SHT |
| 3–8 | schweres SHT |
Diese Schwellen stammen aus der traumatologischen Literatur und sind nicht für jede andere Ätiologie einer Bewusstseinsstörung automatisch übertragbar. In vielen Notfallprotokollen gilt ein GCS von 8 oder tiefer als Hinweis auf eine schwere Bewusstseinsstörung; die konkrete Massnahme (z. B. Atemwegssicherung) hängt vom Gesamtkontext, der Bildgebung und lokalen Leitlinien ab.
Ein tiefer Wert erfordert engmaschige Überwachung und Wiederholungsmessungen. Verlaufsveränderungen von 2 oder mehr Punkten können klinisch relevant sein. Die Einzelkomponenten sollten im Verlauf mitverfolgt werden, nicht nur der Summenwert.
Die GCS erfasst keine Hirnstammreflexe, keine Fokalzeichen und keine Seitenlähmung. Posterior fossa-Läsionen, isolierte Sprachstörungen oder subtile Vigilanzminderung können unterschätzt werden.
Sedierung, Analgesie, Relaxation, Intoxikation und Sprachbarrieren verfälschen vor allem die V-Komponente. Augenverband, Ödem oder Fraktur erschweren E.
Bei Kindern wird häufig die GCS-P (pediatric) verwendet; diese Seite und der Generator richten sich an die Erwachsenen-GCS.
Dieselbe Summe kann unterschiedliche Mortalitäts- oder Prognosemuster haben, je nachdem welche Komponente erniedrigt ist. Deshalb sind E, V und M getrennt zu dokumentieren.
Nutze den eingebetteten GCS-Generator für eine strukturierte Befundzeile mit E/V/M-Notation. Ergänze bei Intubation, Sedierung oder nicht testbaren Komponenten eine kurze Zusatzbemerkung.
Beispiel bei vollständiger Erhebung: «GCS 15 (E4V5M6): spontanes Augenöffnen, orientiert, befolgt Aufforderungen.»
Bei unvollständiger Erhebung dokumentiert der Generator ausdrücklich, dass kein gültiger Gesamtscore vorliegt, und listet fehlende Komponenten.
Die GCS wurde 1974 von Teasdale und Jennett vorgestellt und später auf 15 Punkte erweitert. Sie ist international verbreitet, wird aber zunehmend mit Betonung der Einzelkomponenten und mit «not testable»-Kategorien gelehrt.
Für die klinische Praxis gilt: standardisierte Durchführung, getrennte Dokumentation von E, V und M, vorsichtige Interpretation ausserhalb des ursprünglichen Trauma-Kontexts und regelmässige Verlaufsmessungen.
Die Glasgow Coma Scale ist als klinisches Bewertungsinstrument international etabliert und wird in Lehrmaterialien und Leitlinien häufig referenziert. BerichteGuru stellt eine eigenständige Dokumentationshilfe und keinen offiziellen Lizenznachweis dar.
Der Generator und diese Arbeitsseite enthalten keine geschützten Testmaterialien. Bei Unsicherheit über lokale Dokumentationspflichten sind institutionelle SOPs und aktuelle Leitlinien massgeblich.
Strukturierte Quellenbasis für Durchführung, Auswertung und klinische Einordnung.
Teasdale G, Jennett B · The Lancet
DOI: 10.1016/s0140-6736(74)91639-0
Originalpublikation der Glasgow Coma Scale.
Teasdale G et al. · Neurocritical Care
Überarbeitete Darstellung mit Fokus auf Einzelkomponenten und «not testable»; DOI in Crossref nicht verifizierbar, PubMed-Link autoritativ.
Brazis PW, Masel J · StatPearls
Aktuelle Zusammenfassung zu Durchführung, Schwellen und Limitationen.
Kompakte Antworten zu Durchführung, Auswertung, Sicherheit und Vorlagen.
Dieses klinische Tool auf Berichte Guru unterstützt die medizinische Dokumentation im Alltag. Die Vorlagen und Informationen richten sich an medizinisches Fachpersonal in Klinik und Praxis.