Schellong-Test Vorlage (Orthostase-Test)

Schellong-Test Vorlage für die Orthostase-Erhebung: Durchführung, Messzeitpunkte, Grenzwerte, Auswertung und Downloads in diversen Formaten.

Hier findest du alles für eine strukturierte Orthostase-Erhebung mit Schellong-Test: kurze Anleitung, Messzeitpunkte, Grenzwerte, Auswertung und Vorlagen in diversen Formaten.

Der Test dokumentiert Blutdruck, Puls und Symptome beim Wechsel vom Liegen in den Stand. Er hilft, orthostatische Hypotonie, orthostatische Intoleranz, auffällige Pulsreaktionen und orthostatische Blutdrucksteigerungen pragmatisch zu erfassen.

Für die Standardabklärung reicht meist: 5 Minuten Liegen, dann Messung nach 1 und 3 Minuten Stand. Bei Synkope, hohem klinischem Verdacht oder atypischem Verlauf ist weiterführende Diagnostik zu prüfen.

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Informationen zum Test

Alles Wichtige zur Durchführung, Auswertung und klinischen Einordnung

Was misst der Test?

Der Schellong-Test beschreibt, wie Blutdruck, Puls und Beschwerden auf den Wechsel vom Liegen in den Stand reagieren. Er verbindet damit objektive Messwerte mit der klinischen Symptomatik: Entscheidend ist nicht ein isolierter Blutdruckwert, sondern der Verlauf über die ersten Standminuten und die Frage, ob dabei Schwindel, Benommenheit, Palpitationen, Präsynkope oder andere Beschwerden auftreten.

Dokumentiert werden der systolische und diastolische Blutdruck, die Herzfrequenz, der genaue Messzeitpunkt und die Symptome. Klinische Begleitzeichen wie Blässe, Schwäche, Schwitzen oder eine drohende Synkope sollten ebenfalls festgehalten werden, weil sie die Interpretation deutlich verändern können.

Ein auffälliger Test entsteht aus dem Zusammenspiel von Blutdruckverlauf, Pulsreaktion, Symptomen und Kontext. Besonders wichtig sind Medikamente, Hydratation, Ausgangsblutdruck, Komorbiditäten und die Qualität der Messung.

Indikation und Einsatzbereich

Der Schellong-Test ist sinnvoll, wenn Beschwerden lageabhängig auftreten oder ein orthostatischer Kreislaufmechanismus klinisch plausibel ist. Typische Anlässe sind Schwindel, Schwarzwerden vor Augen, Präsynkope, Synkope oder Stürze nach dem Aufstehen.

Praktisch hilfreich ist die Untersuchung auch bei Verdacht auf Volumenmangel, Blutverlust, Dehydratation, Anämie oder eine medikamentöse Ursache. Häufig relevant sind Antihypertensiva, Diuretika, Psychopharmaka, Vasodilatatoren und andere Substanzen mit Einfluss auf Blutdruck oder autonome Regulation.

Bei Diabetes, Parkinson-Syndrom, Polyneuropathie oder Verdacht auf autonome Dysfunktion kann der Test Hinweise auf eine gestörte Kreislaufregulation geben. Bei bekannter orthostatischer Hypotonie oder orthostatischer Intoleranz eignet er sich zudem zur Verlaufskontrolle.

Nicht geeignet ist der Test ohne ausreichende Sicherung, wenn die Person nicht sicher stehen kann, akut hämodynamisch instabil ist oder eine Synkope unmittelbar droht.

Durchführung

  1. Ruhige Umgebung herstellen, Manschette korrekt anlegen, Sturzsicherung organisieren.
  2. Mindestens 5 Minuten flach liegend ruhen lassen.
  3. Blutdruck, Puls und Symptome im Liegen dokumentieren.
  4. Aktiv aufstehen lassen; bei Sturzrisiko nah sichern.
  5. Blutdruck und Puls nach 1 Minute und 3 Minuten im Stand messen.
  6. Symptome aktiv erfragen: Schwindel, Übelkeit, Schwäche, Palpitationen, Sehstörungen, Dyspnoe, Thoraxschmerz, Präsynkope.
  7. Bei drohender Synkope, Thoraxschmerz, Dyspnoe, neurologischen Zeichen oder unsicherem Stand abbrechen.

Optional: Messung direkt nach dem Aufstehen und nach 5 Minuten ergänzen, besonders bei Verdacht auf initiale oder verzögerte orthostatische Reaktion.

Auswertung und Grenzwerte

Für die Auswertung wird der Standwert mit dem Liegewert verglichen. Notiert werden der niedrigste Blutdruck im Stand, der zugehörige Zeitpunkt, der Pulsanstieg und die gleichzeitig berichteten Symptome. Ohne Symptom- und Pulskontext bleibt die Einordnung oft unvollständig.

BefundmusterGrenzwert / HinweisEinordnung
Orthostatische Hypotoniesystolisch ↓ ≥20 mmHg oder diastolisch ↓ ≥10 mmHg innerhalb von 3 Minutenklassischer positiver Orthostase-Befund
Initiale orthostatische Hypotoniesehr früher Abfall innerhalb von ca. 15 Sekundenmit Manschettenmessung oft nicht sicher erfassbar
Verzögerte orthostatische HypotonieAbfall erst nach >3 Minutenlängere Messung oder Kipptisch erwägen
POTS-VerdachtPulsanstieg ≥30/min innerhalb von 10 Minuten ohne relevante Hypotonienur bei passender Symptomatik und Ausschluss anderer Ursachen
Orthostatische Hypertoniesystolischer Anstieg ≥20 mmHg und Stand-RR ≥140 mmHgeigenes Befundmuster, nicht „negativer Test“

Eine geringe Pulsantwort trotz Blutdruckabfall spricht eher für eine neurogene orthostatische Hypotonie. Ein deutlicher Pulsanstieg passt eher zu erhaltener Kompensation, zum Beispiel bei Volumenmangel, Dehydratation, Blutverlust oder medikamentöser Wirkung.

Interpretation

Ein auffälliger Schellong-Test ist ein Befund, keine abschließende Diagnose. Entscheidend sind die Beschwerden, die Medikation, Hydratation, Ausgangsblutdruck, Komorbiditäten und die Messqualität.

Ein Blutdruckabfall mit deutlichem Pulsanstieg passt eher zu Volumenmangel, Blutverlust, Dehydratation, Anämie oder einer medikamentösen Ursache. Ein Blutdruckabfall mit nur geringer Pulsantwort macht eine neurogene orthostatische Hypotonie wahrscheinlicher, besonders bei passendem neurologischem oder autonomem Kontext.

Eine Tachykardie ohne relevanten Blutdruckabfall kann bei passender Symptomatik zu POTS oder orthostatischer Intoleranz passen. Ein Blutdruckanstieg im Stand sollte nicht als unauffälliger Test abgetan werden, sondern als mögliche orthostatische Pressor-Reaktion beziehungsweise orthostatische Hypertonie eingeordnet werden.

Warnsymptome wie Thoraxschmerz, Dyspnoe, fokal-neurologische Zeichen, relevante Arrhythmiezeichen oder schwere Hypotonie gehören klinisch abgeklärt.

Limitationen

Ein kurzer Standtest schließt orthostatische Beschwerden nicht sicher aus. Initiale Reaktionen können sehr früh auftreten und mit einer Manschettenmessung verpasst werden; verzögerte Reaktionen zeigen sich teilweise erst nach mehr als 3 Minuten Standzeit.

Die Messwerte sind anfällig für Rahmenbedingungen. Ruhezeit, Manschettengröße, Armposition, Tageszeit, Mahlzeit, Koffein, Nikotin, Medikation, Hydratation und körperliche Vorbelastung können das Ergebnis beeinflussen. Ein Sitz-zu-Stand-Test ist pragmatisch, aber weniger sensitiv als ein standardisierter Liegen-zu-Stand-Test.

Bei unklarer Synkope, hohem Risiko oder widersprüchlichen Befunden reicht die Vorlage allein nicht aus. Je nach Kontext sind EKG, Rhythmusdiagnostik, Labor, Kipptischtest oder autonome Funktionsdiagnostik zu prüfen.

Die Vorlage strukturiert die Dokumentation. Sie ersetzt keine klinische Beurteilung.

Fehlerquellen und Qualitätssicherung

Die häufigsten Fehler entstehen durch uneinheitliche Rahmenbedingungen. Besonders relevant sind eine zu kurze Liegephase, Messung aus dem Sitzen statt aus dem Liegen, unklare Messzeitpunkte nach dem Aufstehen, wechselnde Armposition, eine ungeeignete Manschettengröße oder fehlende Pulsmessung.

Auch die Symptomdokumentation ist entscheidend. Schwindel, Präsynkope, Palpitationen, Schwäche oder Sehstörungen sollten mit Zeitpunkt festgehalten werden, weil identische Blutdruckwerte je nach Beschwerden unterschiedlich zu gewichten sind.

Die Messung sollte nicht direkt nach Belastung, Mahlzeit, Nikotin, Koffein oder akutem Stress erfolgen, sofern dies vermeidbar ist. Wenn solche Faktoren relevant sind, sollten sie dokumentiert werden.

Best Practice: Position, Zeitpunkt, Blutdruck, Puls, Symptome und Abbruchgründe immer zusammen dokumentieren.

Dokumentationsbeispiel

So kann der Schellong-Befund ins Dossier formuliert werden. Wähle die passende Variante aus unserer Textbausteinsammlung:

Aus der Berichte-Guru-Textbausteinsammlung.

Textbaustein

Schellong-Test: Dokumentation im Dossier

Schellong-Test durchgeführt. Ausgangswerte im Liegen: RR ___/___ mmHg, Puls ___/min. Nach aktivem Aufstehen zeigte sich nach ___ Minuten ein RR von ___/___ mmHg und ein Puls von ___/min. Dabei traten folgende Beschwerden auf: ___. Der Befund wird im klinischen Kontext (Medikation, Hydratation, Komorbiditäten) interpretiert.

Lizenz- und Nutzungshinweise

Der Schellong-/Orthostase-Test ist ein klinisches Mess- und Dokumentationsverfahren, kein proprietärer psychometrischer Score mit geschützten Itemtexten.

Die Vorlage ist als Dokumentationshilfe gedacht. Bei institutioneller Nutzung gelten lokale SOPs, Dokumentationsvorgaben und Freigabeprozesse.

Vorlagen zum Download

3 Vorlagen als PDF, DOCX und XLS — kostenlos herunterladen und im Klinikalltag nutzen

  • Schellong-Test Protokoll zum Ausdrucken

    Format:PDFSprache:DEQuelle:BerichteGuruZugriff:Frei
  • Schellong-Test Vorlage zum Bearbeiten

    Format:DOCXSprache:DEQuelle:BerichteGuruZugriff:Frei
  • Orthostase-Auswertung mit Grafik

    Format:XLSSprache:DEQuelle:BerichteGuruZugriff:Frei

Quellen und Fachliteratur

Strukturierte Quellenbasis für Durchführung, Auswertung und klinische Einordnung.

  1. LeitliniePrimärquelle2011

    Consensus statement on the definition of orthostatic hypotension, neurally mediated syncope and the postural tachycardia syndrome

    Freeman R, Wieling W, Axelrod FB, Benditt DG, Benarroch E, Biaggioni I, et al. · Clinical Autonomic Research

    DOI: 10.1007/s10286-011-0119-5

    Konsensusdefinition für orthostatische Hypotonie, neurally mediated syncope und POTS.

  2. LeitliniePrimärquelle2018

    2018 ESC Guidelines for the diagnosis and management of syncope

    Brignole M, Moya A, de Lange FJ, Deharo JC, Elliott PM, Fanciulli A, et al.; ESC Scientific Document Group · European Heart Journal

    DOI: 10.1093/eurheartj/ehy037

    Europäische Leitlinie zur Synkopenabklärung; relevant für orthostatische Synkope und weitere Abklärung.

  3. Review2022

    Orthostatic Hypotension: A Practical Approach

    Kim MJ, Farrell J · American Family Physician

    Praxisorientierter Review zu Definition, Durchführung, Differentialdiagnose und Management.

Häufige Fragen

Kompakte Antworten zu Durchführung, Auswertung, Sicherheit und Vorlagen.

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