Indikation:
Dislozierte Claviculafraktur XX (z.B. Schaftfraktur Typ Robinson XX). Die Indikation zur operativen Stabilisierung ergibt sich aus der Dislokation und der Verkürzung der Clavicula.
Lagerung:
Beach-Chair-Position. Der betroffene Arm ist frei beweglich abgedeckt. Bildwandlerkontrolle in zwei Ebenen erfolgt vor Beginn des Eingriffs.
Zugang:
Hautschnitt entlang der ventralen Unterkante der Clavicula über der Frakturzone. Schichtweise Präparation. Darstellung und Schonung der Nn. supraclaviculares, soweit anatomisch möglich. Inzision des Periosts und sparsame Denudierung der Frakturenden.
Prozedur:
Hämatomausräumung und Säuberung des Frakturspalts. Anatomische Reposition der Hauptfragmente unter Zuhilfenahme von Repositionszangen. Provisorische Fixation mit K-Drähten oder einer Repositionszange. Auswahl einer anatomisch vorgeformten Claviculaplatte (z.B. LCP XX mm). Platzierung der Platte auf der kranialen/anterosuperioren Fläche der Clavicula. Besetzen der Plattenlöcher mit winkelstabilen und/oder kortikalen Schrauben unter Bildwandlerkontrolle. Stabiles Konstrukt bei klinischer Prüfung der Stabilität. Spülung des Operationsgebietes mit Ringer-Lösung.
Komplikationen:
Keine intraoperativen Komplikationen. Blutverlust minimal.
Ergebnis:
Anatomische Reposition der Claviculafraktur. Übungsstabile Osteosynthese. Dokumentation der korrekten Implantatlage mittels Bildwandler in zwei Ebenen. Schichtweiser Wundverschluss mit resorbierbarem Nahtmaterial, Hautverschluss mittels Intrakutannaht oder Klammerung. Steriler Verband.
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Anamnese: 45-jähriger Patient mit plötzlich einsetzenden, stechenden Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, betont rechts paravertebral, ohne Ausstrahlung in die Beine. Keine Parästhesien, keine motorischen Schwächen, keine Sensibilitätsstörungen. Red Flags verneint: kein kürzliches Trauma oder Sturz, kein Fieber, kein ungewollter Gewichtsverlust, kein Nachtschmerz, keine bekannte Malignomerkrankung, keine Immunsuppression, kein i.v.-Drogenkonsum, kein kürzliches Wirbelsäulen-OP/Eingriff, keine prolongierte systemische Steroidtherapie, keine bekannte Osteoporose, keine Blasen- oder Mastdarmstörung, keine Sattelästhesie, keine progredienten neurologischen Defizite. Keine Allgemeinsymptome, kein Husten oder HWI-Zeichen. Hausärztlich bisher keine Abklärungen; eingenommene frei verkäufliche Analgetika führten zu teilweiser Linderung. Beruflich sitzende Tätigkeit, kürzlich ungewohnte körperliche Belastung beim Umzug.
Klinischer Status: Wach, orientiert, Vitalparameter stabil, afebril. Schonhaltung, schmerzbedingt vorsichtiger Gang. Inspektion Rücken: keine Rötung, keine Schwellung, keine Hautläsionen. Palpation: druck- und klopfdolente paravertebrale Muskulatur L3–L5 rechtsbetont, keine Stufenbildung der Dornfortsätze. Perkussion der Dornfortsätze reizlos. Beweglichkeit LWS schmerzbedingt reduziert (Flexion/Extension/Rotation). Lasègue- und Bragard-Test beidseits negativ, ISG-Druckzeichen negativ. Neurologie: Motorik beidseits 5/5 (L2–S1), Sensibilität in den Dermatomarealen intakt, Reflexe (ASR/PSR) symmetrisch, kein Pyramidenbahnzeichen.
Beurteilung: Wir interpretierten die Beschwerden im Rahmen eines unspezifischen akuten Rückenschmerzes ohne Hinweise auf radikuläre Symptomatik oder strukturelle spezifische Ursache. Klinisch zeigten sich keine Red Flags oder neurologische Defizite, sodass auf eine notfallmässige Bildgebung verzichtet wurde. Laborchemisch zeigten sich normwertige Entzündungsparameter, Elektrolyte und eine normwertige Nierenfunktion.
Therapie und Prozedere: Stufengerechte Analgesie mit nicht-steroidalen Antirheumatika in Standarddosierung. Wärmeanwendung und schonende Aktivität im Rahmen der Schmerzgrenze, keine Bettruhe. Frühzeitige Mobilisation und alltagsnahe Bewegung empfohlen. Sofortige Wiedervorstellung bei Zunahme der Schmerzen, neu auftretenden neurologischen Symptomen (Schwäche, Taubheit), Fieber oder Blasen-/Mastdarmstörungen. Geplante Verlaufskontrolle hausärztlich in 1–2 Wochen; bei Persistenz > 4–6 Wochen oder Verschlechterung Zuweisung zur weiterführenden Abklärung.
LWS/Rücken: Paravertebrale Druckdolenz L3–L5 beidseits, Mittellinie ohne Stufe, Haut intakt. Vorbeugetest schmerzlimitiert, Aufrichten erschwert, Lasègue/Bragard beidseits negativ. Neurologie UE: Kraft M5, Sensibilität L2–S1 erhalten, Reflexe (PSR/ASR) symmetrisch, kein motorisches Defizit, kein Reithosenmuster.
Handgelenk rechts: Sichtbare Bajonett-/Dorsalverschiebung mit Weichteilschwellung, Haut intakt, keine offene Verletzung. Deutliche Druckdolenz distal radiusseitig, Tabatière und lunatum indolent. Beweglichkeit des Handgelenks schmerzbedingt deutlich limitiert, v. a. Dorsal-/Palmarflexion und Pronation/Supination; schmerzbedingter Achs-/Stabilitätstest nur vorsichtig. Periphere Durchblutung, Motorik und Sensibilität intakt.