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Psychopathologischer Befund: Gepflegtes Erscheinungsbild, Kleidung der Situation angemessen. Patient wirkt angespannt, hält sich an Stuhl oder Tisch fest, atmet beschleunigt, gelegentliches Zittern der Hände. Blickkontakt suchend, jedoch deutlich ängstlich. Im Kontakt kooperativ, sucht aktiv Beruhigung. Stimme leicht tremorös, Sprechtempo phasenweise beschleunigt, inhaltlich gut strukturiert und nachvollziehbar.
Bewusstsein und Orientierung: Wach und bewusstseinsklar, zeitlich, örtlich, situativ und zur Person voll orientiert.
Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis: Auffassung prinzipiell ungestört, jedoch stark auf Körpersymptome und Ängste fokussiert. Konzentration durch ausgeprägte Angst deutlich eingeschränkt, Patient bricht Aufgaben frühzeitig ab. Gedächtnisleistung im Gespräch unauffällig.
Formales Denken: Denkablauf leicht beschleunigt, gedankliches Kreisen um Angstthemen, kein formaler Zerfall. Keine Denkzerfahrenheit, keine Denkhemmung, keine Gedankensperre.
Inhaltliches Denken: Inhaltlich ausgeprägte Katastrophisierung körperlicher Symptome (Herzrasen, Engegefühl, Schwindel), Angst vor Herzinfarkt, Ohnmacht oder Kontrollverlust. Erwartungsangst vor erneuten Panikattacken und Vermeidung bestimmter Situationen werden geschildert. Keine wahnhaften Überzeugungen, Patient hält prinzipiell eine psychische Ursache für möglich.
Wahrnehmung und Ich-Störungen: Keine Halluzinationen, keine Illusionen. Kein Hinweis auf Depersonalisation oder Derealisation jenseits kurzfristiger, angstassoziierter Unwirklichkeitsgefühle, die als Teil der Panikattacken beschrieben werden. Keine Ich-Störungen.
Affekt und Stimmung: Stimmung subjektiv stark ängstlich und verunsichert, beschreibt anhaltende innere Anspannung. Objektiv ausgeprägter ängstlicher Affekt mit sichtbarer Anspannung und Anflügen von Verzweiflung, affektive Modulationsfähigkeit grundsätzlich erhalten.
Antrieb und Psychomotorik: Antrieb im Sinne innerer und motorischer Unruhe gesteigert, unruhiges Sitzen, häufiges Wechseln der Sitzposition, gelegentliches Umhergehen. Kein stuporöses Verhalten, keine psychomotorischen Besonderheiten darüber hinaus.
Ängste, Zwänge und weitere Symptome: Wiederholte Panikattacken mit plötzlichem Beginn und ausgeprägter vegetativer Symptomatik in der Vorgeschichte. Ausgeprägte Erwartungsangst und zunehmende Vermeidung öffentlicher Orte werden berichtet. Keine Zwangsgedanken, keine Zwangshandlungen.
Suizidalität: Suizidgedanken werden nachvollziehbar verneint. Patient betont starke Bindung an Familie und primäres Ziel der Behandlung sei die Reduktion der Angst.
Krankheitseinsicht und -motivation: Gute Krankheitseinsicht, Patient erkennt den psychischen Charakter der Beschwerden. Deutlicher Leidensdruck, hohe Behandlungsbereitschaft und Motivation zur Mitarbeit.
Psychopathologischer Befund: Gepflegtes, leicht vernachlässigt wirkendes Erscheinungsbild, Kleidung der Witterung angepasst. Gesichtsausdruck deutlich traurig, Mimik und Gestik reduziert, Blickkontakt kurz und eher vermeidend. Im Kontakt höflich, kooperativ, wirkt resigniert und erschöpft. Stimme leise, monoton, Sprechtempo verlangsamt, verlängerte Antwortlatenzen, inhaltlich zielgerichtet.
Bewusstsein und Orientierung: Wach, bewusstseinsklar, zeitlich, örtlich, situativ und zur Person voll orientiert.
Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis: Auffassung leicht verlangsamt, Konzentration im Gespräch rasch ermüdend, Patient berichtet über merklich nachlassende Merkfähigkeit seit mehreren Wochen. Langzeitgedächtnis im Gespräch unauffällig.
Formales Denken: Denkablauf verlangsamt, gedankliche Flexibilität eingeschränkt. Kein Hinweis auf Denkzerfahrenheit, Ideenflucht, Gedankensperre oder Umständlichkeit.
Inhaltliches Denken: Inhaltlich ausgeprägte Grübelneigung über eigene Fehler und vermeintliches Versagen, deutliche Selbstabwertung, Hoffnungslosigkeit, pessimistische Zukunftserwartung. Keine systematisierten Wahninhalte, keine Beeinträchtigungs- oder Verfolgungsideen, keine Fremdbeeinflussungsideen.
Wahrnehmung und Ich-Störungen: Keine akustischen oder optischen Halluzinationen, keine Illusionen. Keine Derealisation, keine Depersonalisation, keine Ich-Störungen wie Gedankenentzug, Gedankeneingebung oder Gedankenausbreitung.
Affekt und Stimmung: Stimmung subjektiv deutlich depressiv, beschreibt innere Leere und Interessenverlust. Objektiv ausgeprägter depressiv-gedrückter Affekt, affektive Modulationsfähigkeit deutlich eingeschränkt, Affektausdruck verarmt, keine Affektinkongruenz.
Antrieb, Psychomotorik und circadiane Besonderheiten: Antrieb deutlich vermindert, psychomotorisch verlangsamt, Bewegungen sparsam, Haltung oft nach vorne gebeugt, wirkt rasch ermüdbar. Patient berichtet über Einschlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen und morgendliche Tiefs. Kein motorischer Erregungszustand.
Ängste, Zwänge und weitere Symptome: Unspezifische Zukunftsängste, ausgeprägte Sorgen um Leistungsfähigkeit und soziale Rolle. Keine Panikattacken, keine ausgeprägten Phobien, keine Zwangsgedanken und keine Zwangshandlungen.
Suizidalität: Deutliche passive Todeswünsche und wiederkehrende Vorstellungen, nicht mehr leben zu wollen. Intermittierende Suizidgedanken ohne konkret ausgearbeiteten Plan und ohne aktuell geäusserte Handlungsabsicht. Schutz durch familiäre Bindungen und stationären Rahmen angegeben.
Krankheitseinsicht und -motivation: Vollumfängliche Krankheitseinsicht, erlebt die Symptomatik als krankheitswertig. Ausgeprägter Leidensdruck, Behandlungsbereitschaft und Mitarbeit hoch.
Psychopathologischer Befund: Leicht ungepflegtes Erscheinungsbild, Kleidung sauber, jedoch wenig abgestimmt, Mimik verarmt, Blickkontakt nur kurz, häufig misstrauischer Seitenblick. Patient im Kontakt zurückhaltend, misstrauisch, beantwortet Fragen zögerlich, beobachtet Umgebung angespannt. Stimme normal laut, Sprechfluss phasenweise stockend, teils abrupte Themenwechsel.
Bewusstsein und Orientierung: Wach, bewusstseinsklar, zeitlich, örtlich, situativ und zur Person orientiert.
Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis: Auffassung leicht erschwert, Konzentrationsleistung durch starke Binnenablenkung und Misstrauen deutlich beeinträchtigt. Gedächtnisleistungen im Gespräch nicht grob gestört, detaillierte Testung aktuell nur eingeschränkt möglich.
Formales Denken: Diskrete formale Denkstörung mit gelegentlichem Gedankenabreissen und leichten Inkohärenzen, teilweise lockere Assoziationen. Kein ausgeprägter Zerfall des Sprachflusses, keine Neologismen.
Inhaltliches Denken: Inhaltlich ausgeprägte systematisierte Verfolgungs- und Beeinträchtigungsideen, Patient ist überzeugt, überwacht und beeinflusst zu werden. Deutliches Misstrauen gegenüber Mitpatienten und Personal, empfindet sich als Ziel feindlicher Handlungen. Fremdbeeinflussungsideen mit Überzeugung, Gedanken würden von aussen kontrolliert, Inhalte werden als sicher und nicht korrigierbar erlebt.
Wahrnehmung und Ich-Störungen: Deutliche akustische Halluzinationen in Form kommentierender und dialogischer Stimmen, die Verhalten und Gedanken laufend kommentieren und angeblich über den Patienten sprechen. Patient berichtet über zeitweises Gedankenlautwerden. Keine optischen Halluzinationen angegeben. Ausgeprägte Ich-Störungen in Form von Gedankeneingebung und Gedankenausbreitung im Sinne des Erlebtwerdens von Fremdbestimmtheit des eigenen Denkens.
Affekt und Stimmung: Stimmung subjektiv angespannt, verängstigt und misstrauisch. Objektiv affektarm bis verflacht wirkend, mit enger affektiver Bandbreite. Affekt teilweise parathym zu den geschilderten Bedrohungserlebnissen, emotionale Resonanz auf positive Gesprächsangebote gering.
Antrieb und Psychomotorik: Antrieb eher reduziert, wirkt innerlich angespannt, motorisch jedoch überwiegend ruhig, gelegentliches Umherblicken und lauschendes Verhalten. Keine wächserne Bieglichkeit, keine katatonen Phänomene.
Ängste, Zwänge und weitere Symptome: Deutliche ängstlich-paranoide Grundstimmung, anhaltendes Gefühl, verfolgt und beobachtet zu werden. Keine Zwänge, keine Panikattacken, keine phobischen Muster eruierbar.
Suizidalität: Patient berichtet über gelegentliche Gedanken, den Bedrohungen entkommen zu wollen, ohne konkrete Suizidplanung. Stimmen sind aktuell nicht suizidbefehlsartig, jedoch als herabsetzend und quälend erlebt. Schutz durch stationären Rahmen begrenzt, engmaschige Überwachung angezeigt.
Krankheitseinsicht und -motivation: Weitgehende Krankheitsuneinsicht, führt die Erlebnisse auf äussere Einflüsse und reale Bedrohungen zurück. Behandlungsbedürftigkeit wird nicht anerkannt, Kooperation im Gespräch nur bedingt, eher aus situationsbedingtem Anpassungsdruck.
Psychopathologischer Befund: Gepflegtes, auffallend schrill und bunt gekleidetes Erscheinungsbild, reichliche Mimik und Gestik, intensiver und teils aufdringlicher Blickkontakt. Patient sehr kontaktfreudig, distanzgemindert, spricht andere aktiv an. Stimme laut, drängend, Sprechtempo deutlich beschleunigt, Antwortlatenzen minimal, häufige Themenwechsel, dennoch grundsätzlich nachvollziehbarer Gesprächsfaden.
Bewusstsein und Orientierung: Wach, bewusstseinsklar. Zeitlich, örtlich, situativ und zur Person voll orientiert.
Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis: Auffassung durch hohe Ablenkbarkeit erschwert, Patient springt rasch zwischen Themen. Konzentration fluktuierend, Gedächtnisleistungen im Gespräch unauffällig, jedoch nur begrenzt prüfbar aufgrund starker Ablenkbarkeit.
Formales Denken: Deutlich beschleunigter Denkablauf, ausgeprägte Ideenflucht mit raschen Assoziationswechseln, häufiges Abschweifen zu Nebenassoziationen. Keine Denkzerfahrenheit, kein formaler Gedankensperrmechanismus.
Inhaltliches Denken: Inhaltlich ausgeprägte Selbstüberschätzung und Grössenideen (subjektiv ausserordentliche Leistungsfähigkeit, besondere Bedeutung, finanzielle und berufliche Pläne ohne Realitätsbezug). Bagatellisierung von Risiken, keine ausgeprägten Verfolgungs- oder Beeinträchtigungsideen. Wahnnahe Grösseninhalte ohne ausgearbeitetes wahnsystematisches Gefüge.
Wahrnehmung und Ich-Störungen: Keine akustischen oder optischen Halluzinationen angegeben, keine Illusionen im Gespräch eruierbar. Keine Hinweise auf Depersonalisation, Derealisation oder Ich-Störungen.
Affekt und Stimmung: Stimmung subjektiv deutlich gehoben, beschreibt sich als aussergewöhnlich leistungsfähig und energiegeladen. Objektiv euphorischer, teils gereizter Affekt mit ausgeprägter Affektlabilität, raschen Wechseln zwischen Heiterkeit und Reizbarkeit. Affekt kongruent zu den inhaltlichen Grössenideen.
Antrieb, Psychomotorik und circadiane Besonderheiten: Antrieb deutlich gesteigert, ausgeprägte motorische Unruhe, ständiges Herumlaufen und Gestikulieren, verminderte Ermüdbarkeit. Patient berichtet über deutlich reduziertes Schlafbedürfnis mit nur wenigen Stunden Schlaf ohne subjektive Müdigkeit.
Ängste, Zwänge und weitere Symptome: Keine anhaltenden Ängste, zeitweise gereizte Stimmung bei wahrgenommener Einschränkung. Keine Zwänge, keine Panikattacken, keine anhaltenden phobischen Symptome.
Suizidalität: Suizidgedanken werden glaubhaft verneint. Fremdgefährdung durch eingeschränktes Gefahrenbewusstsein, risikoreiches Verhalten und fehlende Krankheitseinsicht möglich, aktuell keine konkreten Handlungsankündigungen.
Krankheitseinsicht und -motivation: Keine Krankheitseinsicht, erlebt den Zustand als besonders produktiv und angenehm. Behandlungsbedürftigkeit wird verneint, Kooperationsbereitschaft schwankend, eher äusserlich angepasst.
Psychopathologischer Befund: Leicht ungepflegtes Erscheinungsbild mit Schweissglanz, Kleidung der Situation angepasst. Hände deutlich feinschlägig tremorös, Patient sichtbar unruhig auf dem Stuhl, nestelt an Kleidung und Decke. Blickkontakt kurz, wirkt angespannt, aber kooperativ. Stimme leicht heiser, Sprechtempo normal bis leicht beschleunigt, berichtet spontan über körperliches Unwohlsein.
Bewusstsein und Orientierung: Wach, bewusstseinsklar, zeitlich, örtlich, situativ und zur Person orientiert. Kein Hinweis auf Verwirrtheit oder Bewusstseinstrübung.
Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis: Auffassung leicht erschwert durch erhebliche innere Unruhe. Konzentration eingeschränkt, Patient bricht Aufgaben vorzeitig ab aufgrund vegetativer Beschwerden. Gedächtnis im Gespräch unauffällig, keine Hinweise auf retrograde oder anterograde Amnesie.
Formales Denken: Denkablauf leicht beschleunigt, teils sprunghaft, jedoch insgesamt geordnet und verständlich. Keine Denkzerfahrenheit, keine formalen Denkstörungen im engeren Sinne.
Inhaltliches Denken: Inhaltlich ausgeprägtes Kreisen um körperliche Entzugssymptome und Angst vor gesundheitlichen Schäden. Deutliches Verlangen nach Alkohol wird beschrieben. Keine anhaltenden wahnhaften Verfolgungs- oder Beeinträchtigungsideen, keine Fremdbeeinflussungsideen.
Wahrnehmung und Ich-Störungen: Keine akustischen oder optischen Halluzinationen, keine Illusionen. Keine Depersonalisation oder Derealisation, keine Ich-Störungen.
Affekt und Stimmung: Stimmung subjektiv ängstlich und angespannt, starke Besorgnis über körperlichen Zustand und Entzugssymptome. Objektiv ängstlich-dysphorischer Affekt, affektive Modulationsfähigkeit erhalten, jedoch durch Unruhe eingeschränkt.
Antrieb und Psychomotorik: Antrieb gesteigert im Sinne motorischer Unruhe, ausgeprägtes Nesteln, häufiges Aufstehen und Umhergehen im Zimmer. Vegetative Entzugssymptome mit Tremor, Schweissausbrüchen und innerer Unruhe.
Ängste, Zwänge und weitere Symptome: Ausgeprägte situationsbezogene Ängste vor somatischen Komplikationen und weitere Entzugserscheinungen. Keine Panikattacken im engeren Sinne, keine Zwänge, keine phobischen Symptome.
Suizidalität: Suizidgedanken werden verneint, der Patient berichtet jedoch über ausgeprägte Angst vor körperlichem Zusammenbruch. Keine autoaggressiven Handlungen in der Vorgeschichte im Zusammenhang mit Entzugsepisoden.
Krankheitseinsicht und -motivation: Einsicht in das bestehende Abhängigkeitssyndrom vorhanden, Entzug wird als notwendig akzeptiert. Behandlungsbereitschaft aktuell hoch, Motivation jedoch ambivalent durch starkes Craving belastet.
Jetziges Leiden: Die Patientin berichtet über eine seit Wochen anhaltende gedrückte Stimmung und Interessenverlust. Sie könne sich über nichts mehr freuen und habe keinen Antrieb für den Alltag. Morgens sei die Stimmung am schlechtesten. Sie leide unter Durchschlafstörungen und Grübelzwang. Der Appetit sei vermindert. Konkrete Suizidgedanken oder -pläne werden auf Nachfrage verneint.
Die notfallmässige Zuweisung erfolgte aufgrund akuter Suizidalität bei bekannter rezidivierender depressiver Störung. Der Patient berichtete über konkrete Suizidpläne und eine massive Hoffnungslosigkeit. Im psychopathologischen Befund zeigten sich eine hochgradige Depressivität mit gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit, psychomotorischer Hemmung sowie Grübelzwang und Insuffizienzgefühlen. Schlafstörungen und Appetitverlust bestanden seit Wochen.
Wir indizierten die stationäre Aufnahme auf der Akutstation. Initial stand die Sicherung der Vitalfunktionen und der Aufbau einer tragfähigen therapeutischen Beziehung im Vordergrund. Pharmakologisch leiteten wir eine antidepressive Kombinationstherapie mit einem SSRI und einem schlafanstossenden Antidepressivum ein. Begleitend erhielt der Patient Benzodiazepine zur akuten Entlastung. Unter diesem multimodalen Regime aus Pharmakotherapie, psychotherapeutischen Einzelgesprächen und soziotherapeutischer Begleitung distanzierte sich der Patient im Verlauf glaubhaft von der Suizidalität. Die Stimmung hellte sich leicht auf und der Antrieb verbesserte sich. Der Austritt erfolgte in das teilstationäre Setting einer Tagesklinik zur weiteren Stabilisierung.
Die Zuweisung erfolgte notfallmässig nach einer parasuizidalen Handlung (Tablettenintoxikation in suizidaler Absicht) vor dem Hintergrund einer akuten psychosozialen Belastungssituation. Bei Eintritt war die Patientin wach, jedoch affektiv labil und innerlich hoch angespannt. Sie berichtete über massive Anspannungszustände, Dissoziationen und den Drang zu schneidenden Selbstverletzungen.
Wir führten eine Krisenintervention mit dem Fokus auf Entlastung und Stabilisierung durch. Somatisch war nach internistischer Freigabe keine weitere Überwachung notwendig. Psychiatrisch stand die Erarbeitung eines Non-Suizid-Vertrages und die Vermittlung von Skills zur Spannungsregulation (nach DBT) im Vordergrund. Eine pharmakologische Bedarfsmedikation wurde zurückhaltend eingesetzt. Im Verlauf konnte die Patientin die Anspannung reduzieren und sich glaubhaft von Suizidalität distanzieren. Ein individueller Krisenplan wurde erarbeitet. Die Entlassung erfolgte in das bestehende ambulante psychotherapeutische Setting.
Genussmittelanamnese: Der Patient gibt an, regelmässig Alkohol zu konsumieren. Er trinke gewohnheitsmässig ca. zwei bis drei grosse Bier am Feierabend. Am Wochenende komme gelegentlich Wein dazu. Spirituosen werden verneint. Körperliche Entzugssymptome wie Händezittern oder Schweissausbrüche am Morgen treten nach eigenen Angaben nicht auf.
Die stationäre Aufnahme erfolgte bei akuter Alkoholintoxikation und somnolentem Zustandsbild. Initial präsentierte sich der Patient in deutlich reduziertem Allgemeinzustand. Im Verlauf entwickelte sich eine klinisch relevante Entzugssymptomatik, welche die Einleitung eines medikamentösen Entzugsschemas mit Diazepam sowie die Substitution von B-Vitaminen (Benerva, Becozym forte) erforderlich machte. Unter dieser Therapie zeigte sich eine rasche Regredienz der vegetativen Entzugssymptome und eine Stabilisierung des psychischen sowie physischen Zustandsbildes. Im Rahmen der täglichen Visiten konnte eine tragfähige therapeutische Allianz aufgebaut werden. Die Krankheits- und Behandlungseinsicht bezüglich der zugrunde liegenden Alkoholabhängigkeit wurde intensiv gefördert, woraufhin sich der Patient für eine weiterführende Abstinenzbehandlung motiviert zeigte. Eine Anmeldung für eine stationäre Entwöhnungstherapie wurde bereits in die Wege geleitet. Nach erfolgreichem Abschluss des körperlichen Entzuges erfolgt nun der direkte Übertritt in die spezialisierte Entwöhnungseinrichtung zur langfristigen Rezidivprophylaxe.
Die Vorstellung erfolgte nach einem häuslichen Brandereignis, bei dem der Patient alles Hab und Gut verloren hatte. Im Erstgespräch wirkte der Patient psychomotorisch unruhig, zittrig und berichtete über intrusive Wiedererinnerungen (Flashbacks) sowie ein Gefühl der Betäubung. Er konnte nicht schlafen und zeigte eine starke Schreckhaftigkeit.
Wir stellten die Diagnose einer akuten Belastungsreaktion. Therapeutisch boten wir einen geschützten Rahmen zur psychischen Stabilisierung und Ressourcenaktivierung an. Fokus der Gespräche war die Psychoedukation über Traumafolgen und die Förderung der Bewältigungsstrategien. Zur Schlafanbahnung wurde kurzzeitig eine medikamentöse Unterstützung gegeben. Der Sozialdienst wurde zur Klärung der akuten Wohnsituation involviert. Innerhalb weniger Tage stabilisierte sich der psychische Zustand deutlich, die vegetativen Symptome waren regredient. Der Patient konnte bei gesicherter Wohnsituation und mit Anbindung an eine traumatherapeutische Beratungsstelle entlassen werden.
Die Zuweisung erfolgte per Fürsorgerischer Unterbringung (FU) durch xxx bei akuter Eigen- und Fremdgefährdung. Der Patient präsentierte sich im Aufnahmegespräch wahnhaft, formalgedanklich zerfahren und affektiv angespannt. Er berichtete über imperative akustische Halluzinationen und Verfolgungswahn. Die Realitätsprüfung war aufgehoben. Es bestand keine Krankheitseinsicht.
Wir diagnostizierten eine akute Exazerbation einer paranoiden Schizophrenie. Therapeutisch begannen wir eine antipsychotische Medikation mit einem atypischen Neuroleptikum, initial in Kombination mit einem Benzodiazepin zur Reizabschirmung und Sedierung. Unter dieser Therapie kam es zu einer langsamen Remission der psychotischen Positivsymptomatik. Die Wahninhalte verloren an affektiver Besetzung und die Halluzinationen sistierten. Der Patient gewann zunehmend Distanz zum Erlebten und entwickelte eine Absprachefähigkeit. Die Massnahme der Fürsorgerischen Unterbringung konnte aufgehoben werden. Der Patient wurde zur weiteren Stabilisierung und Rezidivprophylaxe in ein offenes stationäres Setting verlegt.
Jetziges Leiden: Die Tochter berichtet, dass der Vater seit gestern Abend plötzlich zeitlich und örtlich desorientiert sei. Er erkenne das eigene Zuhause nicht mehr und sei in der Nacht unruhig umhergegangen. Zudem spreche er mit Personen, die nicht anwesend seien. Fieber oder Schmerzen wurden nicht geäussert. Die Flüssigkeitsaufnahme war in den letzten Tagen aufgrund der Hitze vermindert.
Die Aufnahme erfolgte notfallmässig bei einem Bild einer schweren Manie mit psychotischen Symptomen. Der Patient zeigte sich im Kontakt massiv antriebsgesteigert, logorrhoisch und distanzlos. Es bestanden Grössenideen und eine ausgeprägte psychomotorische Unruhe bei seit Tagen fehlendem Schlafbedürfnis. Aufgrund der fehlenden Krankheitseinsicht und der potenziellen selbstschädigenden Handlungen (finanzielle Ausgaben) war ein geschützter Rahmen notwendig.
Wir etablierten eine stimmungsstabilisierende Therapie mit Lithium in Kombination mit einem hochpotenten Antipsychotikum. Zur Schlafregulation setzten wir passager sedierende Substanzen ein. Unter engmaschigem Drug-Monitoring und Reizabschirmung auf der Station gelang eine schrittweise Reduktion des Erregungsniveaus. Der Schlafrhythmus normalisierte sich und die Grössenideen bildeten sich zurück. In den therapeutischen Gesprächen konnte eine Krankheitseinsicht erarbeitet und die Compliance für die phasenprophylaktische Medikation gesichert werden. Der Patient wurde in euthymem Zustand in die ambulante Weiterbehandlung entlassen.
Der Patient trat zur elektiven qualifizierten Entzugsbehandlung bei bekannter Alkoholabhängigkeit ein. Bei Eintritt war der Patient wach und orientiert, zeigte jedoch vegetative Entzugssymptome mit Tremor, Hyperhidrose und Tachykardie (CIWA-Score initial 14 Punkte). In der klinischen Untersuchung fand sich eine Hepatomegalie ohne Asziteszeichen. Laborchemisch bestätigte sich die toxische Leberschädigung mit Erhöhung der Transaminasen und der GGT sowie eine Makrozytose.
Wir begannen eine medikamentöse Entzugsbehandlung mit einem Benzodiazepin nach symptomorientiertem Schema sowie eine hochdosierte Substitution von Thiamin zur Prophylaxe einer Wernicke-Enzephalopathie. Darunter waren die Entzugssymptome gut kontrollierbar, ein Delirium tremens oder Entzugskrampfanfälle traten nicht auf. Psychopathologisch zeigten sich keine Hinweise auf Halluzinationen oder Wahn. Parallel erfolgten motivierende Gesprächsführung und die Planung der Entwöhnungstherapie. Nach vollständigem Abklingen der vegetativen Symptomatik und Ausschleichen der Medikation konnte der Patient in die geplante Langzeittherapie übertreten.
Jetziges Leiden: Er habe vor 24h das letzte Mal Alkohol getrunken. Er berichtet über starkes Zittern der Hände, Schweissausbrüche und innere Unruhe. Ihm sei übel und er habe keinen Appetit. Schlafstörungen und Albträume seien vorhanden. Optische oder akustische Halluzinationen sowie Krampfanfälle werden aktuell verneint.
Jetziges Leiden: Der Patient berichtet über anfallsartig auftretendes Herzrasen, Atemnot, Schwindel und Zittern. Diese Zustände kämen "aus heiterem Himmel" und dauerten etwa 10 bis 20 Minuten. Während der Attacke habe er massive Angst, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben. Körperliche Auslöser oder thorakale Schmerzen ausserhalb der Attacken werden verneint.
Psychopathologischer Befund: Gepflegtes Erscheinungsbild, leicht reduzierte Körperspannung, Kleidung der Witterung angepasst. Mimik angespannt, tränennahe, Blickkontakt intermittent, teils vermeidend. Im Kontakt kooperativ, deutlich hilfesuchend, zeitweise emotional überflutet. Stimme leise und brüchig, Sprechtempo leicht verlangsamt, inhaltlich geordnet und gut nachvollziehbar.
Bewusstsein und Orientierung: Wach und bewusstseinsklar, zeitlich, örtlich, situativ und zur Person orientiert.
Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis: Auffassung prinzipiell ungestört, jedoch durch intrusive Erinnerungen und Grübeln zeitweise abgelenkt. Konzentration vermindert, Patient berichtet über Schwierigkeiten, sich seit dem belastenden Ereignis zu fokussieren. Gedächtnis im Gespräch nicht grob beeinträchtigt.
Formales Denken: Denkablauf insgesamt geordnet, leicht verlangsamt, kein Hinweis auf formale Denkstörung, keine Denkzerfahrenheit, keine Gedankensperre.
Inhaltliches Denken: Inhaltlich dominieren das kürzlich erlebte belastende Ereignis und dessen Folgen. Ausgeprägtes Grübeln über alternative Handlungsverläufe, Selbstvorwürfe und Zukunftsängste. Intrusive, unwillkürlich auftretende Erinnerungen an das Ereignis werden beschrieben. Keine wahnhaften Inhalte, Patient erkennt die subjektive Färbung der Gedanken.
Wahrnehmung und Ich-Störungen: Keine Halluzinationen, keine Illusionen. Kurzzeitige Unwirklichkeitsgefühle im Zusammenhang mit Intrusionen werden berichtet, ohne anhaltende Derealisation oder Depersonalisation. Keine Ich-Störungen.
Affekt und Stimmung: Stimmung subjektiv deutlich gedrückt und ängstlich, Patient beschreibt innere Unruhe, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Objektiv ängstlich-depressiver Affekt, affektive Modulationsfähigkeit erhalten, jedoch von der Belastungssituation dominiert.
Antrieb und Psychomotorik: Antrieb vermindert, berichtet über Erschöpfung und Rückzugstendenzen. Psychomotorik eher verlangsamt, motorische Unruhe nur gering ausgeprägt.
Ängste, Zwänge und weitere Symptome: Ausgeprägte, belastungsbezogene Ängste, erhöhte Schreckhaftigkeit und innere Anspannung. Einschlaf- und Durchschlafstörungen sowie Appetitminderung werden angegeben. Keine Zwänge, keine generalisierte Angst ohne Bezug zum Ereignis.
Suizidalität: Passive Todeswünsche in Form des Wunsches, der Situation entkommen zu können, ohne konkrete Suizidplanung. Keine suizidalen Handlungen in der Vorgeschichte, aktuell glaubhafte Distanzierung von einem aktiven Suizidversuch.
Krankheitseinsicht und -motivation: Gute Einsicht in den Zusammenhang zwischen Belastungsereignis und aktueller Symptomatik. Deutlicher Leidensdruck, hohe Bereitschaft zur Mitarbeit an therapeutischen Massnahmen.
Psychopathologischer Befund: Gepflegtes Erscheinungsbild, teils auffällige, jugendlich wirkende Kleidung, mehrere frische und ältere Narben an den Unterarmen sichtbar. Mimik lebhaft, teils überintensiv, Blickkontakt schwankend zwischen suchend und vermeidend. Kontaktaufnahme zunächst freundlich, rasch wechselnd zwischen Nähe suchendem und distanziert abweisendem Verhalten. Stimme phasenweise brüchig oder laut, Sprechtempo wechselnd, teils beschleunigt, inhaltlich grundsätzlich nachvollziehbar.
Bewusstsein und Orientierung: Wach und bewusstseinsklar, zeitlich, örtlich, situativ und zur Person vollständig orientiert.
Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis: Auffassung ungestört, Konzentration im Gespräch durch starke emotionale Beteiligung und Krisenfokussierung eingeschränkt. Gedächtnisleistungen im Gespräch nicht grob beeinträchtigt, Patient berichtet über belastende Erinnerungen, ohne Gedächtnislücken anzugeben.
Formales Denken: Denkablauf überwiegend geordnet, gelegentlich sprunghaft bei affektiver Anspannung, jedoch ohne formale Denkzerfahrenheit. Keine Gedankensperren, keine Neologismen.
Inhaltliches Denken: Inhaltlich dominieren Themen von Zurückweisung, Kränkung und Angst vor Verlassenwerden. Ausgeprägtes Schwarz-Weiss-Denken in zwischenmenschlichen Beziehungen, rasche Wechsel zwischen Idealisierung und Entwertung von Bezugspersonen. Keine systematisierten Wahninhalte, keine anhaltenden Verfolgungs- oder Fremdbeeinflussungsideen.
Wahrnehmung und Ich-Störungen: Bei starker emotionaler Anspannung episodisch berichtete Depersonalisation und Gefühlszustände innerer Leere. Keine anhaltenden Halluzinationen, keine stabilen Ich-Störungen wie Gedankenentzug oder Gedankeneingebung.
Affekt und Stimmung: Stimmung subjektiv wechselhaft, beschreibt rasche Wechsel zwischen Verzweiflung, Wut und innerer Leere. Objektiv stark affektlabiler, dysphorischer Affekt mit rasch wechselnden Intensitäten, Affektmodulation überschießend, teils dramatisiert wirkend. Affekt grundsätzlich reaktiv und situationsgebunden.
Antrieb und Psychomotorik: Antrieb schwankend, in der aktuellen Krise leicht gesteigert mit motorischer Unruhe und unruhigem Sitzen. Vorgeschichte mit impulsiven Handlungen und selbstverletzendem Verhalten, aktuell keine akute Agitation.
Ängste, Zwänge und weitere Symptome: Ausgeprägte Angst vor Verlassenwerden und Alleinsein, erhebliches Misstrauen gegenüber der Beständigkeit von Beziehungen. Keine Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen, keine typischen Panikattacken, gelegentliche dissoziative Episoden bei starker Belastung.
Suizidalität: Wiederholte suizidale Impulse und frühere suizidale Handlungen in der Vorgeschichte berichtet. Aktuell passive Todeswünsche und Gedanken an Selbstverletzung, kein konkret ausgearbeiteter Suizidplan, jedoch aufgrund der ausgeprägten Impulsivität erhöhtes Risiko für kurzfristige Handlungsimpulse.
Krankheitseinsicht und -motivation: Partielle Krankheitseinsicht, Ambivalenz zwischen Wunsch nach Hilfe und Angst vor Nähe. Erlebt die emotionale Instabilität als sehr belastend, Behandlungsbereitschaft grundsätzlich vorhanden, jedoch schwankend.